Geschichten
ZUM TITELTHEMA
Das Titelthema dieser komma-Ausgabe heißt „Wind des Wandels“. Wir haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefragt, wie sie diesen Wandel ganz persönlich erlebten.
WIND DES
Wandels
Strategie- und Projektmanagement rta.design
Der größte Wandel in diesem Jahr stellt für mich definitiv mein Jobwechsel zu rta.design dar. Seit Juli bin ich dort Ansprechpartnerin für unsere Kunden, koordiniere und bearbeite verschiedenste Projekte. Dank der großartigen Einarbeitung und herzlichen Aufnahme in das Team, habe ich mich schnell zurechtgefunden. Zum Start habe ich gleich ein sehr umfangreiches Projekt übernommen, bei dem viel interne Kommunikation, das Einbinden von externen Dienstleistern und die Zusammenarbeit mit dem Kunden gefragt sind. Das ist sehr herausfordernd. Während des Voranschreitens konnte ich den stetigen Wandel miterleben. Man sieht, wie das Projekt immer mehr zum Endergebnis heranwächst. Mit dem Einbringen eigener Ideen und Erfahrungen gestaltete ich stets aktiv mit. Nun ist das Projekt kurz vor dem Abschluss und ich muss sagen: Die Mühe und der Arbeitsaufwand haben sich auf jeden Fall gelohnt haben.

Mara
HILGER

EMIL
Nefzger
Redakteur Allgäu Rundschau
Eigentlich war alles neu. Die Stadt, der Job, das Umfeld – und doch brachte der Umzug quer durch Deutschland einen vertrauten Fixpunkt eines früheren, fast vergessenen Alltags zurück. Zugegeben, vermisst hatte ich ihn nicht. Am Ende jedes Ringertrainings warteten die Seile, es gab nur zwei Regeln: Jeder muss hoch. Dabei die Beine zu Hilfe nehmen: tabu. Also Füße hängen lassen, einen Punkt an der Hallendecke fixieren, eine Hand vor die andere, und dem Dach langsam näherkommen, Zug um Zug. Diese Quälerei wurde zur konstante, während der Schulzeit, dann während des Studiums. Jede Woche drei Mal ein nerviger Jour fixe mit dem Seil. Irgendwann kam eine Verletzung, dann der Start ins Berufsleben samt Umzug, und das Tau war nur noch eine Erinnerung. Teil eines fernen Alltags, zu dem man keinen Bezug mehr hat. Dass man ans andere Ende Deutschlands zieht, von Hamburg nach Kempten, und dort, in einer neuen Stadt, bei einem neuen Job, in einem ganz anderen Umfeld, ausgerechnet vor dem nervigsten aller früheren Begleiter steht, erschien mir zuerst ironisch – ein bisschen wie der verhasste Biologielehrer, der einem Jahre später im Urlaub über den Weg läuft. Nur um dann zu entdecken, dass der eigentlich ganz in Ordnung ist. Am Ende war für mich klar: Etwas Neues zu wagen, lohnt sich immer. In meinem Fall führte es in ein neues, spannendes Umfeld, mit netten Kolleginnen und Kollegen – und obendrauf gab es die Gelegenheit, mit einem alten Feind Frieden zu schließen.
PR-Journalistin
Beim Canyoning mit Helm und Weste durch die Schluchten auf den Philippinen, Schnorcheln mit Schildkröten in Thailand: Meine letzten Urlaubsjahre ließen darauf hoffen, dass ich noch mehr fremde Länder und Kulturen entdecken werde. Doch 2020 machte mir einen kleinen Strich durch die Rechnung. Aber das hält mich nicht davon ab, neugierig zu bleiben und so verlagerte ich meine Ziele dieses Jahr in nähere Gegenden: nach nur 25 Jahren Freundschaft haben meine beste Freundin und ich es dieses Jahr zum ersten Mal geschafft, gemeinsam in den Urlaub zu fahren. Eine Woche „La dolce vita“ in bella Italia kann auch abwechslungsreich sein. Und überhaupt – ich habe viele Freunde von der Uni, die ich länger nicht getroffen habe, dieses Jahr wiedergesehen. Vielleicht haben die Lockdowns dazu geführt, dass man die Zeit bewusster plant und darüber nachdenkt, was einem wirklich wichtig im Leben ist. Und auch beruflich kann ich meine Neugier seit diesem Jahr voll ausleben: Als Redakteurin für das Griaß di’ Allgäu Magazin. Seit ich bei der AZ angefangen habe, war es immer mein Traum, beim Griaß di‘ Allgäu, das es seit der Sommerausgabe 2015 gibt, mitzuschreiben. Denn für die Reportagen und Porträts trifft man immer wieder ganz besondere Menschen, die viel Außergewöhnliches zu erzählen haben. Ich mein, wer kann schon von sich behaupten, ein Ständchen von Nino de Angelo bekommen zu haben?

Maricci
KING

MICHAEL
Gorbach
Leitung Einkauf
Als Musiker – in meinem Fall Gitarrist in einer Rockband – waren die letzten eineinhalb Jahr schon ziemlich deprimierend. An Konzerte war lange Zeit nicht zu denken und so spielte sich vieles im Tonstudio ab, da ja selbst Bandproben lange Zeit nicht möglich waren. So durfte ich für den Kemptener Eishockeyclub ESC Kempten einen Countdown produzieren, um vor den Heimspielen die Stimmung im Stadion anzuheizen oder zusammen mit Musikern verschiedener Bands für das Kaminwerk in Memmingen einen Corona-Song aufnehmen. Jedoch fehlt einem die persönliche Komponente eines Livekonzerts als Musiker schon enorm. Umso glücklicher waren die Jungs meiner Band Sub-Zero und ich, als wir im Juli die Möglichkeit bekamen, auf einem Festival auf der Schwäbischen Alb zu spielen. Dass die dortigen Veranstalter es geschafft haben, unter riesigem organisatorischem Aufwand solch ein Festival mit tausenden Besuchern coronakonform durchzuführen, ist außergewöhnlich. Und für uns hat es sich angefühlt wie Ostern und Weihnachten zusammen. Endlich wieder auf einer Bühne zu stehen und Feedback vom Publikum zu bekommen, war Wahnsinn. Aus dieser Zeit nehme ich mit, wie außerordentlich wichtig soziale Kontakte sind und werde diese künftig sicher noch mehr zu schätzen wissen.
Planung und Umbruch a.D.
Am 1. Juli 2021 begann für mich nach 48 Jahren und 10 Monaten ein neuer Lebensabschnitt – Der Ruhestand. Am Anfang fühlt es sich wie Urlaub an, aber irgendwann kommt die Erkenntnis: „Ich muss/darf da nicht mehr hin“. Ein komisches Gefühl. Ich musste meinen Tagesablauf völlig neu sortieren. Da meine Frau noch im Berufsleben steht, versuche ich mich als Hausmann und Koch. Meine Gattin ist der Meinung, ich stelle mich gar nicht so übel an. Auch den Rat meiner Hausärztin mich mehr zu bewegen, versuche ich mit einem täglichen Spaziergang umzusetzen. Als Opa werde ich bei inzwischen vier Enkelkindern immer öfters gefordert. Freunde und Bekannte treffe ich jede Woche bei der Musikprobe, bei Auftritten mit der Musikkapelle Buchenberg oder bei Heimspielen der Fußballer des TSV Buchenberg. So sind die Tage entspannt und doch ausgefüllt. Mit das Wichtigste jeden Morgen ist für mich die Lektüre der Allgäuer Zeitung. Ich gebe zu, da kommt manchmal so was wie Wehmut auf und ich denke an eine alles in allem „tolle“ Zeit mit netten Kolleginnen und Kollegen zurück.
