Die Helden
IM GANZKÖRPERANZUG

Michael Oberst (links)
Superheldenname: Der Organisator
Wenn er nicht Superheld ist, ist er: Personalleiter
Superhelden-Fähigkeit: Er ist der „Kleber“ des Helden-Trios. Er organisierte alles rund um den Ablauf und kümmerte sich um das Rechtliche.
Chris Ewert (Mitte)
Superheldenname: Der Rachenbohrer
Wenn er nicht Superheld ist, ist er: Hausmeister und examinierter Rettungsassistent
Superhelden-Fähigkeit: Er testet im Vollkörperschutz die AZ-Mitarbeiter in Rekordzeit (28 Menschen in 2,5 Stunden).
Dr. Heinrich Müller (rechts)
Superheldenname: Der Nasenbohrer
Wenn er nicht Superheld ist, ist er: (Betriebs-)Arzt
Superhelden-Fähigkeit: Er weiß genau, wie er mit Ängsten und Bedenken über das Virus und das Impfen umzugehen hat – mal mit Feingefühl, mal mit Humor.
Die drei Musketiere, Spiderman, Luke Skywalker, Captain America – Helden gibt es in vielen Geschichten. Aber auch in der Realität braucht es sie, insbesondere wenn die Gesellschaft vor einer Pandemie steht, deren Ende nicht herbeizusehen scheint. Es braucht Menschen, die sich für das Wohlergehen einer Gruppe einsetzen, anderen helfen oder sogar ihre eigenen Belange unter die der anderen stellen würden. Unser Medienzentrum hat seine eigenen drei Musketiere, seine ‚Helden im Ganzkörperanzug‘: Personalleiter Michael Oberst, Betriebsarzt Dr. Heinrich Müller und Hausmeister Chris Ewert. In Zeiten der betrieblichen Test- und Impfkampagne waren sie vorne mit dabei und sorgten für einen reibungslosen Ablauf.
Seit 2020 wurde getestet, seit Juni diesen Jahres geimpft. Beides wurde vorerst erfolgreich abgeschlossen. Der Weg dorthin verlangte mehr als es auf den ersten Blick scheinen mag. „Am Anfang der Pandemie arbeiteten wir auch abends und am Wochenende, denn natürlich war die Angst vor dem Virus sehr groß und wir wollten für die Mitarbeiter da sein“, so Dr. Müller. Der Betriebsarzt verbrachte viele Stunden damit, die Mitarbeiter aufzuklären und weiß genau, wie er mit solchen Ängsten umzugehen hat. Gemeinsam mit Chris, der neben seiner Tätigkeit als Hausmeister examinierter Rettungsassistent ist, führten sie als Fachleute so gut wie jeden Tag Tests durch – den Rekord knackten sie mit 28 Menschen in 2,5 Stunden. „Chris als ‚Rachenbohrer‘ und Dr. Müller als ‚Nasenbohrer‘ haben eine unglaublich mutige Aufgabe übernommen“, erzählt Michael Oberst. „Man muss natürlich auch beachten, dass wir zur Anfangszeit noch alle ungeimpft waren, also mit Eigenrisiko getestet haben.“ Auch Oberst selbst war als Organisator der AZ-Corona-Maßnahmen maßgeblich am reibungslosen Ablauf beteiligt. „Es war sehr viel bürokratischer Aufwand dahinter, aber den braucht es auch. Schließlich ist Corona ein ernstzunehmendes Thema.“

Vorher: Das geschlossene Betriebsrestaurant wird zur Impfstation umgebaut.
Nachher: Die Helden testen nach getaner Arbeit die neuen Räumlichkeiten.

Anfangsschwierigkeiten konnten die drei gemeinsam überwältigen. Natürlich sei erstmal alles neu gewesen, niemand wusste so recht mit der Situation umzugehen. „Zum Glück war keiner von uns allein bei dem Thema, wir konnten uns aufeinander verlassen“, erzählt Chris. „Es gab aber auch verrückte Momente mit den Ganzkörperanzügen, in denen wir uns alle dachten ‚Was läuft hier eigentlich?‘. Das alles wurde aber dann Routine und wir haben uns daran gewöhnt.“ Insgesamt ist so alles sehr entspannt abgelaufen – auch später bei den Impfungen. „Wir konnten mit unserer Impfkampagne schon drei Tage nach dem bundesweiten Start anfangen und das auch nur weil Dr. Müller Partner der Betriebsärzte Allgäu GbR ist“, so der Personalleiter. Das Impfangebot wurde von den Mitarbeitern gut angenommen, ausnahmslos jeder sei sehr gut vorbereitet gewesen. „Es gab einige, die Angst oder Bedenken hatten. Dabei ging es aber nicht um den Impfstoff, sondern generell um das Impfen.“
Es bleibt die Ungewissheit
Bald ist 2022 und wir befinden uns noch immer mitten in der Corona-Pandemie – schon viel länger als es uns allen recht war und stets mit der Angst vor einem weiteren Lockdown. Aber es wurde auch vieles geschafft. „Ich war nach jeder Impfung, die ich vergab, erleichterter und dachte mir ‚wieder einer weniger‘“, so Dr. Müller. Von unseren insgesamt circa 850 Mitarbeitern interessierten sich über 500 für eine Impfung. Das sei eine gute Quote, aber solange nicht jeder in der Allgäuer Zeitung nachweislich geimpft ist, bleibt vorerst unter anderem die Maskenpflicht erhalten. Wie es weitergeht, ist somit der Pandemielage überlassen. Aber eines ist sicher: Auf die Helden im Ganzkörperanzug ist Verlass.
TEXT Sandra Heitmann
FOTOS Sandra Heitmann, Chris Ewert